Stefanie Koch steht im orangefarbenen Pullover vor einer hellen Wand. Bild als Halbportrait aufgenommen.

„Ich stehe im Mittelpunkt meines Lebens. Nicht aus Egoismus, sondern aus Verantwortung für meine eigene mentale Gesundheit.“

Ein neues Jahr beginnt für viele mit Erwartungen, Vorsätzen und dem Wunsch nach Veränderung. Gerade wenn depressive Phasen zum eigenen Leben gehören, entsteht dabei oft ein innerer Abstand zu all dem Neujahrstrubel. Umso wertvoller ist eine leise, stimmige Orientierung, die sich am eigenen Erleben ausrichtet. Genau die richtige Zeit für mein Motto 2026.

Für mich beginnt das Jahr deshalb mit einer anderen Frage: Wie will ich mein Leben leben? Nicht irgendwann, sondern jetzt. Mit dem, was da ist. Mit dem, was möglich ist.

Aus dieser Frage ist mein ganz persönliches Jahresmotto für depressive Phasen und funktionierende Zeiten entstanden. Ein Satz, der mich begleitet, mir Richtung gibt und mich immer wieder zu mir zurückführt. Ein Motto darf Halt geben, Klarheit schaffen und Entscheidungen erleichtern – gerade in Zeiten, in denen Energie und Zuversicht schwanken.

In diesem Beitrag teile ich mein persönliches Motto für 2026 und zeige dir im begleitenden Beitrag Dein Jahresmotto finden: In 9 sanften Schritten zu einem Motto, das wirklich trägt eine sanfte, alltagstaugliche Anleitung, wie du dein eigenes Jahresmotto finden kannst. Achtsam. Ehrlich. In deinem Tempo.

Das Wichtigste in Kürze: Mein Jahresmotto 2026

Du möchtest direkt auf den Punkt kommen? Sehr gerne. Hier sind die zentralen Erkenntnisse kompakt zusammengefasst:

  • Kein Leistungsdruck: Ein Jahresmotto bei Depression ist kein starrer Vorsatz, sondern ein weicher Kompass für gute und schlechte Tage.
  • Der Ausstieg aus dem Funktionieren: Statt die Erwartungen anderer zu erfüllen, stellt das Motto die eigene Selbstbestimmung in den Mittelpunkt.
  • Die 4 Nuancen: Genuss (wieder spüren), Mut (Dabeisein), Fokus (Hier & Jetzt) und Freiheit (eigene Regeln).
  • Konkrete Schritte: Vom „Sollte“ zum „Will“, radikale Präsenz im Alltag und klare Grenzen nach außen ziehen.

Das sind die Grundlagen. Doch der wahre Mehrwert liegt im Kontext. Gönn dir den vollständigen Einblick – es lohnt sich.

Es ist schlicht, aber alles andere als banal. Es ist eine bewusste Entscheidung für mich. Für Präsenz, Genuss und echte Erfahrungen. Für Autonomie. Und gegen das ständige „Funktionieren“ für die Erwartungen anderer.

Ich stehe im Mittelpunkt meines Lebens. Nicht aus Egoismus, sondern aus Verantwortung. Mein Leben gehört mir. Punkt.

Für mich ist das ein wunderbares, lebensbejahendes Motto. Eines, das weit ist. Weich. Tragfähig. Wie ein Dach, unter dem ich spielen und wachsen darf. Unter dem ich leise oder laut sein kann. Unter dem ich stolpern, lernen, lachen und jeden Tag ein kleines Stück klarer werden darf.

Dies sind die Nuancen meines Mottos

Ein Motto ist kein starres Konstrukt. Es lebt, atmet und zeigt sich im Alltag oft in unterschiedlichen Facetten. Je nach Situation, Stimmung oder Lebensbereich braucht es manchmal eine andere Betonung. Deshalb hat mein Jahresmotto für mich mehrere Nuancen – wie kleine Untertitel, die mir im Alltag Orientierung geben.

Der Genießer-Ansatz

Mein Leben leben – mit allen Sinnen genießen.
  • wieder zu schmecken, zu spüren, zu hören und zu fühlen
  • nicht perfekt, nicht ständig achtsam, sondern echt
  • kleine Momente wahrnehmen, statt sie zu übergehen
  • Leben nicht auf später verschieben – sondern ihm jetzt begegnen. Mit allem, was da ist.

Der Mut-Ansatz

Mein Leben leben – statt nur dabei sein
  • nicht am Rand zu stehen und abzuwarten
  • nicht alles beobachten, analysieren oder innerlich aufzuschieben
  • mutig in mein eigenes Leben eintreten
  • Entscheidungen treffen
  • Erfahrungen machen
  • und mich selbst darin ernst zu nehmen

Der Fokus-Ansatz

Mein Leben leben – im Hier und Jetzt
  • aufhören, auf bessere Zeiten zu warten
  • nicht ständig vorauszudenken oder zurückzublicken
  • jeden Moment ernst nehmen – denn nur hier kann ich fühlen, entscheiden, gestalten
  • mein Leben findet nicht später statt – sondern genau jetzt

Der Freiheits-Ansatz

Mein Leben leben – nach meinen eigenen Regeln
  • mich weniger an Erwartungen orientieren und mehr an mir selbst
  • nicht alles richtig machen, sondern stimmig – für mich
  • meine Maßstäbe gelten lassen
  • Verantwortung für mich übernehmen – und mir erlauben, meinen eigenen Weg zu gehen
Motto-NuanceWas es konkret bedeutetAusstieg aus dem Funktionieren
Genuss-AnsatzFühlen, schmecken, spüren
im Hier & Jetzt
Wahrnehmen statt Abspulen
Mut-AnsatzAktiv eintreten,
statt nur am Rand zu stehen
Eigene Entscheidungen treffen
Fokus-AnsatzAufhören auf „bessere Zeiten“
zu warten
Den gegenwärtigen Moment nutzen
FreiheitsansatzEigene Maßstäbe setzen,
Regeln hinterfragen
Eigenes Leben nach eigenen Werten leben

Wie fülle ich ein Jahresmotto im Alltag mit Leben?


„Ich stehe im Mittelpunkt meines Lebens. Nicht aus Egoismus, sondern aus Verantwortung für meine eigene mentale Gesundheit.“

– Stefanie Koch, Autorin

Ich fülle mein Motto mit Leben, indem ich konsequent vom ständigen ‚Ich sollte‘ zu einem ehrlichen ‚Ich will‘ wechsle.

Vom „Sollte“ zum „Will“

Wer lange in einer hochfunktionalen Depression oder Dauerbelastung feststeckt, kennt das ständige ‚Sollte‘. Ich ersetze dieses Funktionieren durch mein eigenes Willen. Ich werde weniger Dinge tun, weil ich meine, dass ich sie tun müsste. Ich lasse mich nicht mehr vom gesellschaftlichen Druck, vom Optimierungswahn auf Social Media oder von der Frage „Was denkt mein Gegenüber jetzt über mich?“ leiten.

Es geht um das, was ich will. Um das, was mir guttut und um das, was für mich ist.

Radikale Präsenz

Die Vergangenheit kann ich nicht ändern. Die Zukunft kann ich nur begrenzt planen. Das Leben findet JETZT statt. Der einzige Moment, den ich tatsächlich beeinflussen kann, ist dieser hier.

Am Ende meines Lebens kann ich keine Verlängerung beantragen. Ich schenke mir mehr bewusste Momente. Mehr von dem, was ich wirklich will. Nicht irgendwann – sondern jetzt.

Grenzen setzen

Eine meiner großen Stärken ist, dass ich mich in fast jeden Menschen hineinversetzen kann. Ich finde für nahezu jedes Verhalten eine Erklärung. Nichts geschieht aus dem Nichts – es gibt immer eine Geschichte dazu. Und genau diese Fähigkeit führt dazu, dass ich viel zu viel akzeptiere. Dass ich die Grenzen anderer sehe und respektiere – meine eigenen aber aus Höflichkeit, Verständnis oder alter Gewohnheit überrennen lasse.

Mein Jahresmotto unterstützt mich dabei, früher STOP zu sagen. Das Einhalten meiner eigenen Grenzen schützt vor der emotionalen Erschöpfung und dem Burnout. Denn ich bin dafür verantwortlich, dass es mir gut geht – nicht erst die anderen.

Mögliche Leitfragen für mein Jahr

Um dieses Motto 2026 lebendig zu halten, stelle ich mir regelmäßig diese Fragen:

  • Treffe ich diese Entscheidung für mich – oder um niemanden zu enttäuschen?
  • Was würde ich heute tun, wenn niemand zusieht oder bewertet?
  • Welcher Teil meines Lebens fühlt sich gerade wie eine Kopie von jemand anderem an?
  • Worauf habe ich jetzt gerade so richtig Lust?

Abonniere meinen Newsletter!

Warum gerade dieses Motto?

Ein Jahresmotto bei Erschöpfung oder Depression ist keine To-do-Liste, sondern eine emotionale Leitplanke, die Entscheidungen im Alltag erleichtert, ohne Überforderung zu erzeugen. Es setzt nicht auf Leistung, sondern schenkt dir auch in Phasen von Erschöpfung oder Depression einen inneren Halt. Ich neige dazu, mein Leben so zu leben, als wäre es ein Testlauf. Als könnte ich alles noch einmal wiederholen. So lange üben, bis ich es perfekt kann – und dann erst richtig loslegen.

Bevor ich mit „Leben“ beginne, muss ich noch a, b, c … erledigen. Wenn dies und das geschafft ist, darf ich mir etwas Besonderes gönnen. Als wäre Leben eine Belohnung für geleistete Arbeit. Ist es aber nicht. Leben läuft parallel.

Die Yogis sagen, wir bekommen nur eine bestimmte Anzahl an Atemzügen. Wir sollten achtsam damit umgehen – nicht sparsam oder geizig, denn aufsparen können wir sie nicht. Wir können sie nur bewusster nutzen.

Und genauso ist es mit dem Leben. Wir haben nur eine bestimmte Zeit. Aufsparen für irgendwann geht nicht. Wir müssen sie jetzt nutzen. Nicht nur verbrauchen.

In meinen depressiven Phasen würde ich meine Zeit am liebsten abgeben, damit sie schneller vorbei ist. Außerhalb dieser Phasen verbrauche ich sie eher. Und genau das soll sich unter diesem Motto 2026 verändern. Es soll ein bewusstes Verwenden, ein sinnvolles Einsetzen werden.

Mut statt Couch-Nische

Eines meiner größten Themen ist, dass ich nicht so gerne etwas wage. Ich bleibe bei dem, was ich schnell kann. Was mir leicht von der Hand geht. Worin ich glänzen kann, ohne viel zu lernen oder zu trainieren. Das ist bequem. Sicher. Und – wie ich feststellen musste – laaaaaangweilig.

Ich habe mir meine gemütliche Couch-Nische eingerichtet. Mein Alltag ist gut strukturiert, überschaubar, ruhig und dadurch sehr sicher. Gleichzeitig aber auch im Stillstand.

Dabei gibt es so viele Dinge in dieser Welt, die ich bewusst erleben möchte. Für die ich mir Zeit nehmen will. Und wenn nicht jetzt – wann dann?


„Die beste Zeit ist jetzt!“

– Kalenderspruch

Das ist mein Dreiklang für 2026

Damit es nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt, habe ich mir parallel einen Beitrag zu meinen Herzenszielen 2026 auch – zum ersten Mal in meinem Leben – meine Bucketlist geschrieben.

Was bleibt – und was ich dir mitgeben möchte

Am Ende geht es mir nicht um das perfekte Motto 2026. Nicht um den schönsten Satz oder die klügste Formulierung. Es geht für mich darum, dass sich etwas in mir sortiert. Dass ich spüre: Ja – das bin ich. Dafür stehe ich morgens auf.

Warum ich trotz Depression funktioniere: Der dauerhafte Überlebensmodus

Du merkst, dass du im Alltag nach außen perfekt funktionierst, dich innerlich aber oft leer und erschöpft fühlst? Lies hier meinen Erfahrungsbericht zum Thema

Und vielleicht ist dein Motto 2026 genau das – ein stiller Satz, der dich immer wieder freundlich an dich selbst erinnert.

Du bist noch auf der Suche nach deinem Motto für dieses Jahr? Dann schau doch einfach mal hier vorbei.

Leben dein eigenes Leben und nicht das von anderen Menschen.

Deine Stefanie

Warum helfen herkömmliche Neujahrsvorsätze bei Depressivität oder Erschöpfung oft nicht?

Klassische Vorsätze basieren meist auf Selbstoptimierung und Erwartungsdruck. Wenn die eigene Energie schwankt oder depressive Phasen auftreten, führen unerfüllte Vorsätze schnell zu Schuldgefühlen. Ein Jahresmotto hingegen gibt Orientierung, ohne Druck aufzubauen.

Was bedeutet es, auf zugrunde liegendes ‚Funktionieren‘ zu verzichten?

Funktionieren bedeutet, die eigenen Bedürfnisse, Grenzen und Gefühle zu übergehen, um gesellschaftliche oder fremde Erwartungen zu erfüllen. Der Ausstieg gelingt, indem man eigene Entscheidungen an innerer Stimmigkeit statt an einem äußeren ‚Sollte‘ ausrichtet.

Wie finde ich mein eigenes Jahresmotto für 2026?

Frage dich ehrlich: ‚Was brauche ich in meinem aktuellen Leben am meisten?‘ Achte darauf, dass das Motto weich, tragfähig und erreichbar bleibt – ganz ohne Leistungsgedanken.

Stefanie Koch steht im orangefarbenen Pullover vor einer hellen Wand. Bild als Halbportrait aufgenommen.
Erfahrungsbotschafterin

Ich schreibe über das, was ich kenne. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus und ohne Schönfärberei. „Depression braucht bunt“ ist mein Weg, meinen persönlichen Weg mit einer Depression zu teilen.

mehr über mich

Wichtiger Hinweis

Mir liegt deine Gesundheit am Herzen. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass ich dich als Mentorin und Coachin auf deinem Weg zu Klarheit und Selberstverbindung begleite, aber keine Ärztin oder Therapeutin bin.

  • Begleitung statt Behandlung: Meine Angebot sin als Prävention und Unterstützung gedacht. Sie sind ein wertvoller Wegbegleiter, aber kein Ersatz für eine Psychotherapie oder eine medizinische und psychiatrische Behandlung. Wenn du an einer Depression leidest oder unsicher bist, was gerade mit dir los ist, nimm bitte zusätzlich immer Kontakt zu deiner Ärztin/ deinem Arzt oder deiner Therapeutin/ deinem Therapeuten auf.
  • Akute Hilfe: Solltest du dich in einer akuten Krise befinden oder Suizidgedanken haben, wende dich bitte sofort an eine Ärztin/ einen Arzt, eine Psychotherapeutin/ einen Psychotherapeuten oder den Notdienst. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 oder unter 0800 111 0 222 für dich da.
  • Inspiration ohne Gewähr: Alle Inhalte auf dieser Seite habe ich mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen für dich recherchiert. Dennoch kann ich keine Gewähr für die Vollständigkeit oder Aktualität übernehmen. Die Texte dienen deiner Information und Inspiration. Sie können und sollen eine individuelle therapeutische Beratung nicht ersetzen.

Geschichten und Impulse aus dem Leben – ohne Verkaufsdruck.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert