Willkommen zu meinem Monatsrückblick September 2026!
Der September ist jedes Jahr wieder eine Herausforderung für mich. Ich mag ihn, weil der Sommer langsam in den Herbst übergeht. Die heiße Jahreszeit liegt mir nicht – warum das so ist, kannst du in meinem Beitrag „Sommerdepression: Wenn die Sonne brennt, aber die Seele friert“ nachlesen. Der Herbst hingegen ist meine Lieblingsjahreszeit: Die Tage werden kürzer, die Luft lädt zum Durchatmen ein und im Außen kehrt spürbar mehr Ruhe ein.
Dieser Herbstbeginn fühlte sich allerdings wie ein verlängerter Sommer an – mit Spitzenwerten bis zu 27 Grad und kaum Regen. Trotzdem bringen die kühleren Morgen- und Abendstunden genau die Stimmung mit, die ich so schätze: goldeneres Licht, gemütlichere Tage und Laub, das sich leuchtend rot, gelb und orange verfärbt.
Der September 2026 auf einen Blick
Du hast nur fünf Minuten zwischen zwei Terminen? Kein Problem. Hier ist mein September auf einen Blick.
- Familie zu meinen Bedingungen: Zwei runde Geburtstage (90 & 80 Jahre) mit eigener Ferienwohnung als Rückzugsort meistern.
- Heimatgefühl Nordsee: Sechs Tage in der Nähe von Husum verbracht und den Traum vom eigenen Haus im Norden gefestigt.
- Business-Shift: Schluss mit dem Kaufen neuer Kurse („Theorie 1 – Praxis 6“) und voller Fokus auf die Echte Umsetzung.
- Geburtstag neu definiert: Den 27. September ohne Erwartungsdruck als eigener Lieblingsmensch verbracht
Das sind die Grundlagen. Doch der wahre Mehrwert liegt im Kontext: Warum das so ist, wie die Zusammenhänge greifen, erfährst du im folgenden Artikel. Gönn dir den vollständigen Einblick – es lohnt sich.
Inhalt
Geburtstagsmonat: Wie lerne ich, persönliche Grenzen zu setzen?
Der September hat für mich auch Schattenseiten. Er ist bei uns der absolute Geburtstagsmonat: Vier Feiern in der Familie und ebenso viele im Freundeskreis. Schon seit meiner Jugend ist dieser Monat eng mit dem Satz meiner Mutter verbunden: „Ich habe keine Lust mehr auf Geburtstagsfeiern!“
Bei uns gibt es keine lauten Streits oder offenen Konflikte. Wir haben eine funktionierende Familie, bewegen uns an solchen Tagen jedoch wie auf Eiern, um bloß nicht anzuecken. Das inoffizielle Tagesziel lautet meist: den Geburtstag erhobenen Hauptes und mit möglichst wenigen emotionalen Verletzungen zu überstehen.
Dieses Jahr feierten mein Vater seinen 90. und meine Mutter ihren 80. Geburtstag. Selbstverständlich war meine Anwesenheit erwünscht. Ich habe mich dem Familienevent gestellt – allerdings zu meinen Bedingungen: Ich mietete mir eine kleine Ferienwohnung in Kiel-Schilksee, direkt am Wasser. Das war mein persönlicher Rückzugsort. Die morgendlichen Spaziergänge mit Mops Ben an der Wasserkante gaben mir den nötigen Raum zum Atmen und mentalen Vorbereiten.
„Grenzen setzen heißt nicht, wegzubleiben. Es bedeutet, da zu sein, ohne sich selbst dabei zu verlieren.“
Stefanie Koch, Autorin
Ich mag meine Familie sehr, aber wir funktionieren schlicht besser, wenn ein paar hundert Kilometer Distanz zwischen uns liegen. Die Feiern verliefen im kleinen Rahmen ruhig. Für die im Oktober anstehende große 170-Jahr-Feier meiner Eltern im Freundeskreis habe ich mich bereits ausgeklinkt: Ein zweites Mal fahre ich die 800 Kilometer einfache Strecke nicht hoch. Sie dürfen ihren Tag ganz in Ruhe mit ihren Freunden genießen.
| Erwartungen (früher) | Meine Grenzen (heute) |
|---|---|
| Rund um die Uhr im Familienkreis sitzen und auf Eiern laufen. | Ferienwohnung als fester Rückzugsort in der Nähe gemietet. |
| Nähe erzwingen bis zur emotionalen Erschöpfung. | Nähe in Dosen, morgens Sandspaziergänge mit Ben. |
| Zu jedem Anlass hunderte Kilometer anreisen. | Bewusste Absage für Folgetermine, um Kräfte zu schonen. |
Nordseeliebe & Husum: Wo bin ich wirklich zu Hause?
Zwischen den beiden Geburtstagen war ich sechs Tage an der Nordsee, in einer kleinen Ferienwohnung bei Husum, außerhalb von Witzwort – schöner Wortwitz, oder? So weit draußen, dass es weder Fuß- und Radwege noch Straßenlaternen gab. Fuchs und Hase haben sich dort gute Nacht gesagt. Wenn es dunkel wurde, waren unendlich viele Sterne zu sehen. Mein kleiner Rückblick September auf die Tage an der Nordsee zeigt mir, dass Schleswig-Holstein sehr viel mehr Heimat ist als Franken und Nürnberg.
Die Tage waren vollgepackt mit Ausflügen nach Tönning, St. Peter-Ording, Friedrichstadt, Büsum, Nordstrand und Husum. Obwohl ich 40 Jahre zwischen den Meeren gelebt habe, war ich noch nie an diesen Orten.
Eines meiner Lebensziele ist ein Umzug in den Norden. Meine Wohnung ist in Kiel, dorthin möchte ich aber noch nicht zurück. In Gedanken liebäugle ich seit Jahren mit einem alten Haus in oder um Husum. Mein Besuch hat mir gezeigt: Das wird eine gute Entscheidung. Jetzt muss ich nur noch meinen Arbeitgeber von einer Versetzung überzeugen oder mich nach einer anderen Tätigkeit umsehen. Haus und Leben wollen schließlich bezahlt werden.
Meine Erkenntnisse aus dem Urlaub
- In Tönning haben mir die Parkgebühren einen Schock versetzt: 25 Cent für 30 Minuten. Unschlagbar günstig.
- In St. Peter-Ording habe ich gemerkt: Ben ist der absolute Icebreaker beim Kennenlernen. Der Mopscharme zieht immer – er ist so herrlich distanzlos, wenn er Kuscheleinheiten einfordert.
- Gosch ist überall im Norden. Jedes Mal lädt ein Fischbrötchen mit Aperol Spritz zum Verweilen am Hafen ein.
- In Friedrichstadt gibt es so viele kleine Läden mit nordischem Schnickschnack – ich habe dem Kaufdrang widerstanden.
- In Büsum gibt es gefühlt mehr Bekleidungsgeschäfte als in Nürnberg, vor allem mit Schlechtwetterjacken. Zwillingsherz hat sein Herz an der Küste – und ich habe jetzt zwei weitere Jacken im Schrank.
- Hinter jeder Ecke wartet ein kleines Café, ein Tisch für eine Frau mit Mops ist fast immer frei.
- Stricken macht wieder Spaß.
Mein Business-Learning: Schluss mit Kurse-Shoppen
Weil das Kaufen von Online-Kursen schnelle Belohnung verschafft, während die eigentliche Umsetzung Überwindung und Fokus erfordert.
Mein Business hat im September eine weitere Pause gemacht. Die Schreibblockade war nach wie vor da. Ich habe ganz viele Ideen und diskutiere sie mit ChatGPT, Claude und/oder Gemini durch. Die Ergebnisse landen fein säuberlich in Dokumenten und in der Notion-Datenbank. Nur in die Tasten oder ganz klassisch aufs Papier kommen sie nicht.
Stattdessen beschäftige ich mich lieber mit der nächsten Herausforderung: Instagram und die Jagd nach dem ultimativen Post.
Auf der Fahrt in den Norden habe ich vier Stunden am Stück Anni Hofmanns Podcast „50 Shades of Great“ gehört. Ihre Begeisterung für das Wachsen auf Instagram hat mich in den Bann gezogen. Ihre Erfolgsformel: „Quick and Dirty – es gibt keine Grenzen.“ Spontan habe ich mir ihre Programme „Viral Hook Week“ und „The Follower Code“ zu guten Preisen gekauft. Jetzt müssen sie nur noch durchgearbeitet und umgesetzt werden.
Mein Monatsfazit September für mein Business: Theorie 1 – Praxis 6. Ich gebe viel Geld für Kurse aus. Allein vom Kaufen fließt das Wissen aber nicht in mein Gehirn und schon gar nicht in die Umsetzung. Erfolg hatte lediglich die Verkäuferin.
Inzwischen habe ich so viele Kurse gebucht, absolviert und in die Warteschlange gelegt, dass ich mit dem Konsumieren aufhöre. Das erklärte Ziel ist jetzt: Umsetzung.
Mein Geburtstag: Warum ich den Ehrentag mit mir alleine verbringe
Ja, denn der Geburtstag gehört in erster Linie dir selbst und sollte nicht in Arbeit und Stress für andere ausarten.
Zum Monatsende stand mein ganz persönlicher Jahrestag an. Mein Geburtstag am 27. ist der letzte in der Reihe. Seit ein paar Jahren verbringe ich ihn mit mir allein – ohne Tamtam und schon gar nicht mit einer Feier.
Durch meine Erkrankung habe ich bei vielen Freunden und Bekannten den Geburtstag vergessen. Im Gegenzug kommen an meinem Ehrentag kaum Gratulationen an. Stört mich das? Fühle ich mich vergessen? Tatsächlich: Nein.
In meiner Jugend und meinen Zwanzigern habe ich noch krampfhaft gefeiert, weil frau das eben tut. Gesellschaftliche Norm. Vor zwei, drei Jahren ist mir bewusst geworden, dass ich den Hype nicht verstehe. Für mich bedeutet der Tag vor allem Stress:
- Die Kollegen wollen Kuchen, Süßigkeiten oder ein Frühstück. Viele kommen ungebeten vorbei, wollen unterhalten werden. Für mich heißt das: Vorbereitung.
- Gott und die Welt ruft an, schreibt WhatsApp, Mail oder auf Facebook. Wehe, du bedankst dich nicht umgehend – dann ist die Hölle los, Freundschaften werden gekündigt.
- Jeder will einen Teil deiner Zeit oder schenkt dir ungefragt einen Teil seiner. Dafür sollst du dankbar sein.
- Dann die große Feier: tagelang einkaufen, kochen, aufräumen. Die gute Gastgeberin spielen, gute Miene zum blöden Geschenk machen – die 25. Vase oder der x-te Gutschein.
- Hinterher alles wieder aufräumen, Reste essen und noch lange von den Gesprächen zehren: „Weißt du noch …?“
„Geburtstag alleine zu verbringen bedeutet nicht Einsamkeit, sondern die bewusste Entscheidung zur Selbstabgrenzung gegenüber gesellschaftlichen Erwartungen.“
Stefanie Koch, Autorin
Der Geburtstag ist doch dafür gedacht, dass das Geburtstagskind für sein Dasein gefeiert wird. Und nicht dafür, dass alle anderen maximalen Spaß haben und ich die Arbeit.
Deshalb verbringe ich meinen Geburtstag mit meinem Lieblingsmenschen: mit mir. Das war jahrelang nicht so und tut wirklich gut. Mein Fazit: Ich brauche keine Geburtstage, ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
Meine Blog-Buddies: Gemeinsam statt einsam schreiben
Anfang des Jahres habe ich beschlossen, wieder mehr Kontakte in mein Leben zu lassen. Da mir das offline vor Ort schwer fällt, habe ich den Weg über Online-Communities gewählt. In The Content Society von Judith Peters entstand beim wöchentlichen Co-Blogging eine echte Verbundenheit, die mich an schlechten Tagen aufgefangen hat.
Um beim Schreiben am Ball zu bleiben, habe ich im Frühjahr gezielt nach Blog-Buddies gesucht. Auf meinen Aufruf meldeten sich vier Mitschreiberinnen – und ich habe einfach allen zugesagt:
Waltraud Koller: IHK-zertifizierte Resilienztrainerin („Hosentaschenresilienz“). Uns verbindet das Thema mentale Gesundheit. Sie motiviert mich bei Schreibflauten, während ich ihr bei Technikfragen unter die Arme greife.
Mara Hofmann: Expertin für Katze & Kind und Katzenverhaltensberaterin. Wir tauschen uns zweimal monatlich zu Business, Markenaufbau und Wachstum aus.
Valeska Stein: Schreibt über Resilienz und Kommunikation bei Demenz. Beim wöchentlichen Co-Blogging arbeiten wir konzentriert an unseren Texten.
Petra Büeler: Fachfrau für gesundes Leben. Gemeinsam überarbeiten wir ihre Website – ein Projekt, bei dem ich mich technisch einbringen kann und das mir unheimlich guttut.
Was bleibt und was ich dir mitgeben möchte
1. Grenzen setzen heißt nicht, wegzubleiben.
Ich muss mich nicht zwischen „ganz oder gar nicht“ entscheiden. Eine eigene Ferienwohnung, morgens mit Ben an der Wasserkante, abends die Tür hinter mir zumachen – so konnte ich da sein, ohne mich zu verlieren. Und auch ein klares „Nein“ zur nächsten Feier gehört dazu.
2. Wissen kaufen ist nicht gleich Wissen haben.
Kein Kurs der Welt schreibt meine Beiträge. Meine Ideen liegen fein säuberlich in Notion – und genau da bleiben sie, solange ich sie nicht in die Tasten bringe. Der nächste Schritt ist kein neuer Kurs, sondern der erste Satz.
3. Ich darf mein eigener Lieblingsmensch sein.
Mein Geburtstag gehört mir. Ohne Tamtam, ohne Gastgeberinnen-Rolle, ohne die 25. Vase. Einen Tag nur mit mir zu verbringen, ist kein Rückzug aus Einsamkeit, sondern ein Geschenk an mich selbst.
Zwei Impulsfragen
- Wann hast du zuletzt einen Tag nur für dich verbracht – ohne für andere zu funktionieren?
- Und wenn du heute frei entscheiden dürftest: Wie würdest du deinen nächsten Geburtstag feiern, wenn niemand zuschaut?
Schreib mir super gerne in die Kommentare – ich bin gespannt auf deine Gedanken.
Du willst keinen Monatsrückblick mehr verpassen?
Melde dich hier für meinen Newsletter an und erhalte meine persönlichen Einblicke, Learnings und Gedanken einmal im Monat direkt in dein Postfach.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was war mein wichtigstes Learning im September 2026?
Dass Wissen kaufen nicht gleich Wissen haben ist. Kurse bringen nichts, wenn sie nicht umgesetzt werden. Das Ziel lautet ab jetzt: Machen statt Konsumieren.
Warum verbringe ich meinen Geburtstag alleine?
Um den Stress durch Erwartungshaltungen, Vorbereitungen und Verpflichtungen abzulegen. Ein Geburtstag sollte dem Geburtstagskind gehören – nicht der Unterhaltung der Gäste.
Was steht im nächsten Monat an?
Im Oktober fokussiere ich mich weiter auf die Umsetzung meiner Inhalte, genieße den goldenen Herbst und bleibe meiner Abgrenzung treu.






