Ein kleiner Realitätscheck direkt vorweg: In meinem Kopf bin ich seit Monaten die extrem erfolgreiche Geschäftsführerin eines florierenden Online-Business zum Thema „Depression bei Frauen in der Lebensmitte“. In der echten Welt da draußen robbe ich mich eher im Schneckentempo vorwärts. Aber hey, immerhin bewege ich mich! Und genau darum geht es doch im April 2026: den eigenen Fokus schärfen, Ballast abwerfen und die Dinge so anzunehmen, wie sie kommen.
Inhalt
Das große digitale Ausmisten: Tschüss, altes OM!
Nachdem ich meine gigantische Musiksammlung endlich durchsortiert und zu großen Teilen auch angehört habe, ging es im April an die nächste Großbaustelle: meine Online-Accounts. Gott sei Dank habe ich vor Jahren angefangen, für jeden Quatsch einen eigenen Kontakt zu hinterlegen und fleißig meinen Passwortmanager zu füttern. So konnte ich gut 95 % aller jemals eröffneten Onlineshop-Leichen aufspüren. Die restlichen 5 % haben mich zum Glück eh vergessen.
Es tat unfassbar gut, die Löschtaste zu drücken.
Ein ganz großer Schritt dabei: Meine alte Website „Mein persönliches OM“ verabschiedet sich endgültig aus der Internetwelt – und mit ihr die alten Mail-Adressen. Das Ganze auf Social Media in die Wege zu leiten, war allerdings ein echter Krampf. Während die Anmeldung meistens mit einem Klick erledigt ist, tun Instagram und Facebook bei der Abmeldung so, als würde man eine Staatsbürgerschaft kündigen. Sie wollten mich einfach nicht gehen lassen. Aber abgelaufen ist die Frist: Das Kapitel ist Geschichte. Nur die Domain behalte ich aus reiner Nostalgie. Frau weiß ja nie. Ab jetzt gilt der volle Fokus meinem Herzensprojekt: Depression braucht bunt.
Von störrischen Newslettern und feststeckenden Farbklecksen
Um diesem Fokus direkt Taten folgen zu lassen, habe ich mich an meinen Newsletter gesetzt. Seit sechs Monaten schlummert die Technik im Hintergrund vor sich hin, zwei einsame Anmeldungen gab es – die ich natürlich schändlich vernachlässigt habe. Um aus der Nummer ein für alle Mal einen Selbstläufer zu machen, habe ich mich kurzentschlossen bei Judith Peters‘ Double Your List angemeldet. Sechs Wochen, jede Woche eine kleine Aufgabe. Klingt in der Werbung super.
Die Realität? Die Technik hat mich dezent nervenaufreibend an meine Grenzen gebracht. Aber mit der Hilfe von Claude und Judiths Input steht die Strecke jetzt, die Werbebanner sind implementiert und die Verbindung zum Webhoster steht. Tschakka!
Weniger geschmeidig lief es beim „Farbklecks der Woche“. Die Idee spukt mir seit November 2025 im Kopf herum, will aber einfach nicht rund werden. Warum auch? Ein Klecks ist schließlich kein Kreis.
Nach unzähligen Diskussionen mit drei verschiedenen KIs und einem epischen Kampf mit Elementor und WordPress habe ich irgendwann das einzig Sinnvolle getan: Ich habe aufgegeben. Oder wie man im Business-Deutsch so schön sagt: Ich habe meine Designidee losgelassen. Statt in Schönheit zu sterben, habe ich lieber den Blogartikel „10 Sätze, die du zu depressiven Menschen nicht sagen solltest“ veröffentlicht und bin stattdessen eine extra lange Runde mit meinem Hund gegangen. Perfekt ist eben nicht immer besser als fertig.
Die Sinnfrage und ein Scheideweg
Wenn die Technik Pause hat, klopfen oft die tieferen Themen an. Meine Therapie und ich stehen aktuell an einem echten Scheideweg: Weitermachen oder aufhören? Meine Therapeutin lässt mir da komplett freie Hand – was es nicht unbedingt leichter macht. Vom Kopf her bin ich inzwischen so gut strukturiert und reflektiert, dass ich meine Themen theoretisch locker im Alleingang lösen kann. Die Krux an der Sache: Die Verbindung zum Körper und vor allem zu meinem Herzen ist nach wie vor stark eingeschränkt.
Der April war geprägt von Müdigkeit, Antriebslosigkeit und einer gehörigen Portion Grübeln. Da nagt sie dann wieder, die ganz große Frage: Was ist eigentlich der Sinn des Lebens? Und vor allem: Was ist der Sinn meines Lebens? Weil mir spontan die Erleuchtung fehlte, habe ich die KI gefragt. Die spuckte immerhin kluge Worte der LMU München aus: Der Sinn des Lebens ist keine feste Formel, sondern die Aufgabe, dem Leben selbst einen Sinn zu geben – durch Werte, die man aktiv lebt, und durch Dinge, die Freude bringen. Klingt gut. Die Umsetzung? Ein Schritt nach dem anderen
Ein dickes Markenbuch und ein tiefenentspannter Hund
Um mein eigenes „Warum“ ein bisschen schärfer zu fassen, habe ich meine gesamte digitale Zettelwirtschaft der letzten Monate aufgeräumt und in ein digitales Markenbuch überführt. Ein intensiver Prozess, der sich gefühlt langsam dem Umfang von Krieg und Frieden annähert, weil mir ständig neue Sachen einfallen. Meine wichtigste Erkenntnis aus den unzähligen Prompt-Sessions mit meinem KI-Team aus Claude und Gemini: Die KI setzt nur um – definieren muss ich es selbst. Je klarer ich weiß, was ich will, desto besser spuckt die Maschine das Ergebnis aus. Mit dem aktuellen Stand meiner Positionierung bin ich jedenfalls erst mal im Reinen.
Das absolute Highlight des Monats war aber definitiv das Hundeseminar-Wochenende. Mein Hund Ben hatte seinen großen Casting-Termin für die Zukunft als Therapie- und Besuchshund. Was soll ich sagen? Er hat die 15 Minuten in absoluter Seelenruhe gerockt, während er nebenbei massenhaft Streicheleinheiten abgriff. Beim anschließenden zweitägigen Grundlagenseminar für mich als Hundeführerin in Kornburg lautete das Fazit: Ben hat geschlafen, ich habe durchgehalten. Trick-Dogging ist allerdings nicht seine Welt. Sein bester Trick ist es nach wie vor, sich wegzudrehen und demonstratives Desinteresse zu zeigen. Recht hat er. Ich habe mir danach erst mal eine Woche bewusste Entschleunigung verordnet und Termine gecancelt. Das Leben soll schließlich Spaß machen und nicht nur aus Stress bestehen.
Was sonst noch los war: Konsequenter Winterschlaf
Rehasport adé - ein Abschied auf Raten
Nach einem Monat Osterpause stand ich wieder an den Geräten und habe nach genau einer Stunde gemerkt: Das langweilt mich kolossal. Also konsequent einen Haken dahinter gesetzt und den Postsportverein über meinen Ausstieg informiert.
Mein Yoga-Dilemma
Mein regulärer Yogakurs kam wegen zu geringer Anmeldungen nicht zustande. Nicht dramatisch. Leider habe ich mich breitschlagen lassen, samstags um 10 Uhr eine Stunde im Cramer-Klett-Park anzubieten. Ich habe mir aber das Recht vorbehalten, bei akuter Unlust auch mal kurzfristig abzusagen.
Der Zeitschriften-Shortcut
Mein Leseziel habe ich übrigens radikal optimiert: Da ich die Yoga-Zeitschriften der letzten Jahre ohnehin nicht mehr lesen werde, sind sie alle ungelesen direkt in die blaue Tonne gewandert. Befreiung pur!
Im April 2026 veröffentlichte Beiträge:
Fünf Beiträge in einem Monat? Für mich als absoluten Schreibmuffel mit echter Schreibangst und festsitzenden Blockaden ist das eine gigantische Leistung. Aber ich merke: Langsam wird das Schreiben ein bisschen leichter. Genau dafür sind Formate wie dieser Monatsrückblick oder „12 von 12“ perfekt – sie nehmen den Druck raus und bringen einfach mal wieder Schwung in die Finger.
Herzensziele - so sieht es gerade aus
Lebensziel – ruht
Urlaubsziel – ruht
Fotoziel – ruht
Hobbyziel – ruht
Businessziel – na ja, eine Schnecke kommt schneller voran
TCS-Ziel – mühsam nährt sich das Eichhörnchen
Beziehungsziel – ruht
Sportliches Ziel – ruht
Ausmistziel – läuft
Leseziel – bisher 5 Zeitschriften gelesen und entsorgt
5 o’clock-Ziel – langsam, langsam
Herzensziele im Tiefschlaf: Wenn ich mir meine Ziele für 2026 so anschaue (Urlaub, Foto, Hobby, Finanzen…) befindet sich das meiste noch im tiefen Winterschlaf. Beim Ausmisten läuft es super, mein Aufsteh-Ziel von 6:30 Uhr klappt immer öfter – und der Rest? Kommt schon noch. Und ganz ehrlich: Das ist auch völlig in Ordnung so
Mein neuer Workflow, jeden Tag einen kurzen Tagebucheintrag zu schreiben und diesen am Monatsende von der KI zusammenfassen zu lassen, hat jedenfalls super funktioniert. So musste ich im Mai nicht mühsam mein Langzeitgedächtnis strapazieren
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